Richard Mählert

Richard Mählert (1890-1926) war Zeichner aus Heilbronn. Von ihm sind einige Aquarelle und Gemälde bekannt.

Leben

Friedrich Wilhelm Richard Mählert wurde am 23. November 1890 in Heilbronn als Sohn von Georg Mählert (1857-1936) und Franziska geb. Stagun geboren. Die Eltern stammten aus Berlin und zogen mit einigen bereits früher geborenen Kindern kurz vor der Geburt von Richard nach Heilbronn. Die Familie war kinderreich und hatte insgesamt 15 Kinder. Zur Zeit der Geburt von Richard lebte die Familie in der Mönchseestraße, wo Richard auch geboren wurde. Der Vater war Gürtler (Silberarbeiter) bei der Heilbronner Firma Bruckmann, deren Fabrik sich nur wenige Meter von der Wohnung entfernt zwischen Mönchsee- und Oststraße an der Stelle des heutigen Landratsamtes befand.1

Im Heilbronner Geburtsregister wird als Wohnadresse der Familie Mönchseestraße Nr. 17 genannt, jedoch scheint es diese Nummer in der Mönchseestraße nie gegeben zu haben (die Nummerierung auf der ungeraden Straßenseite beginnt noch heute erst mit Nr. 23) und es sich um einen fehlerhaften Eintrag im Geburtsregister zu handeln. In den Adressbüchern von 1895, 1899 und 1905 erscheint die Familie stattdessen in der Mönchseestraße Nr. 27 im Parterre.2

Auszug aus dem Heilbronner Geburtsregister, Eintrag zur Geburt von Richard Mählert 1890.

Richard Mählert hatte wohl bereits schon in seiner Jugend Interesse an künstlerischer Betätigung. Unser kleines Bild des Fischertors in Bad Wimpfen (Inv. Nr. 2023.008) malte er im Alter von 16 Jahren. Seiner Veranlagung folgend wurde er Zeichner. Er erscheint aber nie mit eigenem Hausstand in den Heilbronner Adressbüchern, so dass er sein berufliches Glück wohl andernorts suchte.

Richard Mählert. Foto aus dem Besitz von Nachfahren.

Als Unteroffizier der Reserve wurde er im Ersten Weltkrieg zum Militär eingezogen. Während seiner Militärzeit heiratete er am 23. Dezember 1916 in Heilbronn Luise Sofie Kollmar (1893-1964), Tochter des Stadtschäfers Karl Kollmar. Das Paar hatte den Sohn Werner Karl Alwin Mählert (1922-1985).3

Auszug aus dem Heilbronner Heiratsregister zur Hochzeit von Richard Mählert 1916.

Im Ehrenbuch der Gefallenen der Stadt Heilbronn 1914-18 erscheint einer von Mählerts Brüdern, der ledige Bautechniker Alwin Mählert, der im September 1915 auf dem Mönchberg in den Vogesen verwundet wurde und daran im Lazarett in Munster verstarb.4

Ein weiterer Bruder Bruno Mählert († 1947) soll auch auch künstlerisch tätig gewesen sein, es soll nach Auskunft von Nachfahren eine Skizze von seiner Hand existieren.

Richard Mählert starb im Alter von nur 35 Jahren am 22. September 1926 in Kaiserswerth und wurde in Heilbronn bestattet.5

Die in Heilbronn verbliebenen Eltern Mählert waren irgendwann zwischen 1905 und 1912 in die Ludwig-Pfau-Straße 16 gezogen, etwa 150 Meter von der bisherigen Wohnung entfernt.6 Die Witwe von Richard Mählert erscheint in den Adressbüchern ab 1929 mit eigenem Hausstand in der Mönchseestraße 24, nur wenige Häuser von den inzwischen betagten Schwiegereltern entfernt. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Spruchkammer in Heilbronn gehört,7 und lebte noch bis zu ihrem Tod 1964 als Witwe in der Mönchseestraße 24.

Werke in der Kunstsammlung Schmelzle

Inv. Nr. 2023.017: Ansicht einer Burg. Signiert „R. Mählert“ und datiert 1913.
Inv. Nr. 2023.008: Fischertor in Wimpfen. Signiert mit Monogramm RM und datiert 29.VI.07. Das Bild trägt auf der Rückseite mehrere Abschläge eines Stempels mit der Adresse von Mählerts Witwe mit der Inschrift „L. Mählert, Heilbronn a/N., Mönchseestr. 24“.

Weitere nachweisbare Werke

Alte Steinbrücke. Signiert mit Monogramm RM. Rückseitig Adressstempel von Mählerts Witwe. Das Bild befand sich Anfang 2023 im Besitz des Heilbronner CVJM, wurde bei dessen Jahresflohmarkt dort von uns erworben, befand sich eine Zeit als Inv. Nr. 2023.0009 in unserer Sammlung und wurde dann im Juni 2023 an Nachfahren des Malers veräußert.
Blick auf das Hohenstaufentor in Wimpfen, beschriftet „Wimpfen R. Mählert 27.8.24“. Das Bild war im März 2023 bei kleinanzeigen.de.8
Zeichnung mit einer Kirche. Aus dem Besitz von Nachfahren des Künstlers.

Einzelnachweise

  1. Personalliste der bei Fa. Bruckmann in Heilbronn beschäftigten Männer 1900-1948, Stadtarchiv Heilbronn, Signatur D003-125.
  2. Adressbuch Heilbronn 1895, S. 121 u. S. 348. Adressbuch Heilbronn 1899, S. 129 u. S. 371.
  3. Für Auskünfte aus den Geburten- und Heiratsregistern danken wir Raphael Schmitz vom Stadtarchiv Heilbronn. Leider ließ sich dort kein Todesdatum von Richard Mählert ermitteln.
  4. https://digital.wlb-stuttgart.de/index.php?id=6&tx_dlf%5Bid%5D=400&tx_dlf%5Bpage%5D=200
  5. Auskunft einer Nachfahrin, Juni 2023.
  6. Adressbücher Heilbronn ab 1912.
  7. https://digital.wlb-stuttgart.de/index.php?id=6&tx_dlf%5Bid%5D=400&tx_dlf%5Bpage%5D=174
  8. Anbieter aus Flein, sollte 55 EUR kosten. https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/bild-bad-wimpfen/2378536517-246-19034